Flugticketsteuer | Flugsteuer | Luftverkehrssteuer
Die deutsche Bundesregierung plant bereits ab Januar 2011 eine neue Steuer einzuführen. Die geplante Flugsteuer oder auch Luftverkehrssteuer bzw. Flugsteuer genannt gehört zum Sparpaket der Regierung. Die neue Steuer soll ca. eine Milliarde EURO jährlich mehr in die Haushaltskasse bringen und diese will der Finanzminister nutzen, um den Etat zu sanieren. Die Fluggesellschaften protestieren massiv und befürchten, dass sie mehrere Millionen Passagiere verlieren würden, denn in vielen Nachbarländern muss der Fluggast keine Flugticketsteuer oder Luftverkehrssteuer zahlen.
Kosten der neuen Flugticketsteuer
Nach den Plänen des Finanzministeriums sollen für Kurzstreckenflüge (innerhalb IATA-Europas) 13 Euro und für Langstreckenflüge 26 Euro Flugsteuer gezahlt werden. Für Flüge innerhalb Deutschlands zahlt der Passagier Flugsteuer für den Hin-und Rückflug, also auch insgesamt 26 Euro Luftverkehrssteuer. Der Entwurf sieht weiterhin vor, dass Fluggäste, die die deutschen Flughäfen als Umsteigeverbindungen nutzen, keine Flugsteuer zahlen müssen. Noch handelt es sich bei der neuen Steuer zwar nur um einen Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums für das Luftverkehrssteuergesetz, aber die Anzeichen für eine spätere tatsächliche Einführung mehren sich.
Bereits jetzt belasten zahlreiche Zusatzgebühren den Flugpreis
Bereits jetzt zahlen Fluggäste zum reinen Flugpreis diverse Aufschläge. Seit einigen Jahren kassieren die Fluggesellschachten den Kerosin-Aufschlag und in einigen Ländern muss eine Flughafensteuer, die zum Ausbau des Flughafens verwendet wird, gezahlt werden. Viele Fluggesellschaften berechnen für die Buchung, Sitzplatzreservierung und Gepäckaufgabe ebenfalls zusätzliche Gebühren. Künftig soll nun also für Flüge ab Deutschland auch noch die Luftverkehrssteuer bzw. Flugticketsteuer hinzu kommen. Der Endpreis für einen Flug summiert sich schon jetzt durch die vielfältigen Gebühren schnell auf über 100 Euro, obwohl der reine Flugpreis ursprünglich z.B. nur 19,90 Euro betragen sollte. Diese Kosten würde durch die Luftverkehrssteuer noch weiter steigen. Verständlich, dass dies zu Protesten bei Reisenden wie auch Touristikunternehmen führt.
Auswirkungen und Gegenvorschläge zur Flugsteuer
Die Fluggesellschaften protestieren daher gegen die Einführung der Flugticketsteuer. Deutsche Airlines sehen sich durch die neuen Zusatzkosten für den Reisenden in einem Wettbewerbsnachteil gegenüber den ausländischen Fluggesellschaften bei denen es keine Luftverkehrssteuer gibt. Unverständlich ist für sie, dass sich die Flugsteuer nur auf den Passagierverkehr bezieht und nicht auch für den Frachtverkehr gilt. Die Lufthansa monierte, dass keine Rücksicht auf den Flugzeugtyp genommen werde, da neuere Flugzeuge die Umwelt weniger belasten würden. Auch verwundert es, dass Privatjets und Privatflugzeuge von der Flugsteuer ausgenommen werden und diese nur eine Kerosinsteuer zahlen müssen. Besonders Flughäfen in Grenzregionen befürchten eine Abwanderung der deutschen Passagiere ins benachbarte Ausland. Beispiele sind hier z.B. Holland, Österreich und Frankreich. Wie bereits jetzt, wo Grenzbürger gerne im Ausland günstiger Tanken würden sie dann über die Grenze fahren und von ausländischen Flughäfen starten, um die Luftverkehrssteuer zu umgehen.
Bereits im Juni 2010 hatte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Einführung einer nationalen Flugticket Steuer gefordert und zwar nach dem Vorbild Frankreichs. Die VCD-Sprecherin Almut Gaude sagte am 10. Juni 2010 in Berlin, Zitat: “Allein reden hält die Verbraucher nicht davon ab, ins Flugzeug zu steigen, wenn die Preise so günstig sind. Wir brauchen Sofortmaßnahmen.” Weiter meinte sie, dass Frankreich gezeigt habe, dass es machbar sei. Der Verkehrsclub Deutschland setzt sich für die sozial- und ökologischverträgliche Mobilität in Deutschland ein. Verlangt wurde im Juni vom VCD eine gestaffelte Abgabe nach Entfernung der Flugstrecken beginnend mit 15 Euro für Entfernungen bis 300 Kilometer und bis zu 60 Euro für Langstrecken.
Aktueller Status
Das Bundesfinanzministerium hat offenbar schnell reagiert und einen Plan zur Einführung einer Luftverkehrssteuer ab 2011 vorgelegt. Im Rahmen dessen wird auch von einer Steuer zum Klimaschutz gesprochen. Ab 2012 wird der Luftverkehr außerdem in den CO2-Emissionshandel “Handel mit Verschmutzungsrechten” mit einbezogen und aus der “Versteigerung von Emissions-Handelszertifikaten” erzielt die Regierung ab 2012 Erlöse. Dann könnte es passieren, dass die Flugsteuer wieder gesenkt werden würde, allerdings hängt es von den Einnahmen ab. Vorgesehen war die Flugticketsteuer nur vorübergehend bis zum Start des CO2-Emissionshandels.
Die Grünen haben Zweifel an der ökologischen Wirkung der Flugticketsteuer. Sie fordern eine noch höhere Belastung der Inlandsflüge, da es gerade hier Alternativen zum Flugzeug gäbe. Die FDP, Patrick Döring, forderte, dass die First-Class-Passagiere mehr zahlen sollten und Privatjets nicht von der Besteuerung ausgenommen werden dürften. Durch diese Maßnahmen könne der Betrag für den einfachen Fluggast gesenkt werden.
Nach der heftigen Kritik von allen Seiten hat das Finanzministerium inzwischen bereits Änderungen an der geplanten Luftverkehrssteuer bzw. Flugticketsteuer nicht ausgeschlossen. Ebenso wie der Name noch nicht einheitlich feststeht wird somit evtl. auch noch an den Rahmenbedingungen gefeilt. Sprecher Michael Offer, gab allerdings zu verstehen, dass an den geplanten Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr - beginnend mit dem Jahr 2011 nicht gerüttelt werde.
Es bleibt somit weiter spannend ob und in welcher Form die Flugsteuer zum Einsatz kommt. Wir informieren Sie hier aktuell über die weiteren Geschehnisse und liefern Ihnen auch Informationen und Tipps, wie Sie unabhängig von einer drohenden Flugsteuer, Flugticketsteuer oder Luftverkehrssteuer günstige Flüge buchen können.
Aktuelle Nachrichten zum Thema Flugsteuer, Flugticketsteuer, Luftverkehrssteuer
Flugticketabgabe: Die Steuer ist zu niedrig
Quelle: ZEIT ONLINE - 18.07.2010 11:35:21
Eine Flugticketsteuer würde den Wettbewerbsvorteil des Luftverkehrs verringern, sagt Klimaexperte Martin Cames. Doch eine ökologische Lenkungswirkung sieht er nicht.
Airlines befürchten durch Flugsteuer Passagierrückgang
Quelle: Reuters Deutschland - 18.07.2010 11:16:27
Sollte die Steuer wie geplant kommen, werde das Deutschland mindestens fünf Millionen Passagiere im Jahr kosten, sagte der Präsident des Airlinesverbands BDF, Ralf Teckentrup, in einem Expertengespräch der SPD-Bundestagsfraktion.
Verbraucherschützer kritisieren geplante Flugsteuer
Quelle: AFP - 18.07.2010 11:15:42
Auch Verbraucherschützer haben inzwischen die von der Bundesregierung geplante Luftverkehrsabgabe kritisiert. Der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV), Gerd Billen, spricht von einer "Mogelpackung".
Flugsteuer: Finanzministerium offen für Änderungen
Quelle: sueddeutsche.de - 18.07.2010 11:14:51
Nach massiver Kritik an der Flugsteuer auch aus der Koalition hat das Finanzministerium Änderungen an den Plänen für die Ticketabgabe nicht ausgeschlossen.
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